Hochzeitsbräuche: Deshalb schenkt man Brot und Salz

Wirst Du in den nächsten Wochen heiraten oder bereitest Du die Hochzeit für Deine beste Freundin oder einen guten Freund vor? Dann wird es höchste Zeit, sich mit den verschiedenen Hochzeitsbräuchen auseinanderzusetzen. Was gibt es da nicht für zahlreiche Traditionen? Das Zersägen eines Baumstammes, der Polterabend vor dem Tag der Hochzeit, das Bewerfen des Brautpaares mit Reis, den Raub der Braut – um nur die bekanntesten Bräuche zu nennen. Sehr beliebt ist bei Hochzeitsfeier das Reichen von Brot und Salz. Nach verschiedenen Deutungsarten soll dieses als ein Symbol für Wohlstand, Beständigkeit, Fruchtbarkeit und Gastfreundschaft stehen. Woher kommt aber diese Tradition und was steckt wirklich dahinter,

Brot und Salz – eines der ältesten Hochzeitstraditionen der Welt

Der Brauch, dem Brautpaar am Tag ihrer Hochzeit Brot und Salz zu schenken, reicht bis in die Antike zurück. Dies hängt mit der langen Geschichte dieser beiden Lebens- und Würzmittel zusammen. An Hand von Ausgrabungen konnte nachgewiesen werden, dass bereits in der Altsteinzeit Getreide gemahlen, mit Wasser vermengt und anschließend gebacken wurde. Ab der Jungsteinzeit begannen die Menschen sesshaft zu werden und bauten Getreide an, welches sie wiederum zu Herstellung von Broten benötigten. Das Brot ist in der Kulturgeschichte des Essens eines der wichtigsten Nahrungsmittel. 

Auch die Gewinnung von Salz zählt zu den ältesten Kulturleistungen der Menschheit. So benutzen schon die Babylonier Salz als Würz- und Konservierungsmittel. In der Bronzezeit errichteten die Kelten an der Atlantikküste die ersten Salzfarmen. Da die Gewinnung und der Transport von Salz sehr kompliziert und teuer war, galt dieses als ein sehr kostbares Gut. So wurde im Mittelalter Salz vielfach als „weißes Gold“ bezeichnet.

Bedeutung von Brot und Salz

Da für jede Familie der Besitz von Brot als Grundnahrungsmittel und Salz als Würz- und Konservierungsmittel von existenzieller Bedeutung war, wurde mit der symbolischen Gabe am Hochzeitstag der Wunsch verbunden, dass beides im neugegründeten Hausstand nie ausgeht. Dabei steht das Brot als Symbol für das „Lebensnotwendige“ und das Salz für die spezielle „Würze“ des Lebens. Beides vereint sollten die Säulen einer Ehe bilden. 

In von Naturkatastrophen und Kriegen gekennzeichneten Zeiten wurden Brot und Salz als Geschenke des Himmels angesehen. Sie wurden mit Segenswünschen bedacht und galten auch als Abwehrzauber gegenüber dem Bösen. Dementsprechend hatte das Böse in einer Familie, wo Brot und Salz sich im Hause befand, keine Chance. Wünsche, die mit den beiden Gaben zusammenhängen findet man in fast allen Kulturen. So dürfte in unserer Gegend der Spruch „Brot und Salz, Gott erhalts“, wohl jedem schon einmal untergekommen sein. 

Salz-Glas als Geschenk bei Hochzeit - selber basteln

Brot und Salz als Symbol der Gastfreundschaft

Familien, in deren Haushalt sich ausreichend Brot und Salz befanden, waren in der Lage auch unangemeldete Gäste zu empfangen. Für ärmer Familien wurde als Gastgeschenk häufig diese beiden Gaben mitgebracht. Besonders im slawischen Kulturkreis ist deshalb Brot und Salz ein Symbol für Gastfreundschaft. Aber auch in der christlich-jüdischen Tradition versteht man die Gabe von Brot und Salz als ein Zeichen von Gastlichkeit. So wird bereits in der Bibel das Brot symbolisch geteilt. Hier sei an das heilige Abendmahl erinnert oder auch an eines der beschriebenen Wunder Jesus Christus – die Vermehrung der Brote bei der Speisung der Fünftausend. 

Brot und Salz als Symbol für Fruchtbarkeit und Beständigkeit.

Der Brauch, dass Brot und Salz auch Symbole für Fruchtbarkeit und Beständigkeit sind, reicht ebenfalls bis in die Antike zurück. So ist die griechische Göttin des Ackerbaus Demeter gleichzeitig auch Göttin der Furchtbarkeit. In den bildnerischen Darstellungen wird sie häufig mit Getreideähren in den Haaren dargestellt. 
Salz, als Zeichen für Beständigkeit, geht wiederum auf das Alter Testament in der Bibel zurück. Hier wird von sogenannten „Salzbündnissen“ gesprochen, die besonders beständig sind. Mit der Überreichung von Brot und Salz wird also der Wunsch nach einer kinderreichen und möglichst immerwährenden glücklichen Ehe verbunden.

Die Überreichung von Brot und Salz

Traditionell werden Brot und Salz direkt nach der Trauung oder bevor das Brautpaar ihre neue Wohnung oder Haus betritt, übergeben. Entweder überreicht man die beiden Gaben auf einem Holzbrett, wobei das Brot in ein schönes Tuch eingeschlagen ist und das Salz sich in einem kleinen, schönen gestalteten Gefäß befindet oder man packt beides in einen attraktiven Weidenkorb. 

Bei einer anderen Tradition müssen das Brautpaar das Brot mit einem Stückchen Salz verspeisen. Im Anschluss erhalten sie ein Glas Wasser und müssen dieses völlig leer trinken. Das Glas wird dann über die linke Schulter geworfen, so dass es dann auf dem Boden zerbirst. Die entstanden Scherben sollen dann Glück bringen.
Eine größere Symbolkraft bekommt die Zeremonie, wenn das Brot von den Eltern oder von einen der Trauzeugen selber gebacken wurde.

2020-01-02T14:19:07+01:00By |Haushalt|0 Comments

About the Author:

Leave A Comment